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  • Patrick Rolf Ullrich

Ein Feuer unter Sternen

Aktualisiert: 14. Juni 2019

Ein Feuer unter Sternen


Da sitzen sie nun, die Menschen, im Kreis und seltsamer Einträchtigkeit, starren wahlweise in die Glut oder in den Himmel, der, weitgehend von den tausendfachen Lichtquellen einer Stadt unbeeinträchtigt, im vergessenen Fichtelgebirge noch so aussehen mag wie vor abertausend Jahren. Denn vergessen ist es in der Tat, dieses von Nadelhölzern dominierte Fleckchen Erde, mit seinen sanften Hügeln, die stets noch bewachsen sind, deren höchster Punkt doch immer eine, na, raten Sie mal-, genau, Fichte markiert, und das sich trotzig Gebirge nennt, grad so, als gäbe es das Jura, die Voralpen, das Zentralmassiv, oder die

Karpaten nicht. Kühl sind die Nächte dennoch, auch im Juli, aber das schadet der Magie eines Lagerfeuers ja kaum, sondern steigert nur die Anziehungskraft knackender Scheite. Ich liebe das Feuer, ganz egal, ob Kaminofen oder Feuerschale. Oft sitze ich so nah davor und sehe so lange in das Flammenspiel, dass man sich genötigt sieht nach meiner Nase zu fassen, um zu sehen, ob sie noch kühl und feucht ist. Als würde ich meine eigene Nase rösten! Stellen sich mal vor!

Im Fichtelgebirge, das mal oberpfälzisch war und jetzt fränkisch ist, ist die Zeit ein wenig

stehengeblieben. Die Sonne glüht den Horizont im Sommer eine gute Stunde lang vor, bis ihre Strahlen endlich den Tau trocknen und die Vögel singen dazu, als wären Notenblätter verteilt worden. Hier gibt es Luchse, Marder, Füchse, Igel und Schlaglöcher in den Straßen. Hier hat es Kriech-, Krabbel-, und Schwirrtierchen im Überfluss, viele von jenen stechen oder beissen und es ist doch wunderbar, auch, weil einige von ihnen so schön grün glühen. Hier flattern noch Schmetterlinge, die Glocken klingen von den Kirchtürmen her in aller Früh und selbstbewusst zu jeder Stunde, Kühe muhen, Hähne krähen und Menschen essen Schweinsschnitzel ab vier Euro.


Die Einheimischen sind sich, wie in den anderen wenigen Ecken und Winkeln, dieses ansonsten durchstrukturierten und prozessoptimierten Deutschlands, in denen die Welt noch in Ordnung ist, dieser erstaunlichen Tatsache in erfrischender Unbekümmertheit unbewusst und können es vermutlich kaum abwarten, aus dem verschonten Fichtelgebirge ein Tirol, eine fränkische Schweiz, oder eine Südpfalz zu machen – ein Disneyland für Naturliebhaber, einen Jurassic Park für Wolfsglotzer, ein Wintersporterlebnis für Kunstschneefetischisten. Stellen Sie sich mal vor!

Noch aber ist es nicht so weit und der Mensch hat die Natur nicht so nachhaltig gestört wie anderswo, obwohl auch hier die Wälder keine Wälder, sondern Holzplantagen sind und Harvester, Kampfpanzern gleich, wie in einer Dystopie malmen.

Etliche Sünden der jüngeren Vergangenheit sind leider auch hier zu finden. Kleine Ortschaften mit wenigen hundert Einwohnern zerfasern sich über zu viele Quadratkilometer und mächtige Ein-Familien-Hausburgen wurden auf die Wiese verbaut, während in den Ortschaften Brachflächen wie Brandlöcher in einem Postkarten-Panorama klaffen. Die meisten Häuser aber sind noch klein, zweckmäßig zusammen gekuschelt und mit schlichten Blechdächern gedeckt, die sich wacker dem touristisch-bayrischen Dampferstil verweigern: No a Holzradl und no a Holzradl, no a Mistgabel, no a alte Wagendeichsel,

Dreschflegel, Sense oder Holzfass – für zehnjährige Ewigkeiten zu Tode lackiert und von Geranien erwürgt. Gibt es Krachlederne eigentlich auch als Pyjama? Vieles hier ist einfach deshalb schön, weil noch keiner versucht hat, es schöner zu machen und es ist zu hoffen, dass es so bleibt.


Hier, im Fichtelgebirge, ganz nahe der kleinen Gemeinde Mehlmeisel, entsteht das Tiny House Village. Ein Dörfchen im Dorf. Große Fantasie in kleinen Häusern. Völlig wagenradlfrei. Ich bin Elli, eine wenige Kilo leichte Findlingshündin aus Andalusien. Rolf, mein Mensch, nennt mich manchmal Bonsai-Schäferhund. Er findet das lustig. Stellen Sie sich mal vor!


Dieser Blog ist aus der Sicht der tierischen Bewohner des Tiny House Village geschrieben, denn sie verfügen sicherlich über den klareren Blick für das Wesentliche, über die Unbestechlichkeit echter Herzen und über den Mut beiden auch Ausdruck zu verleihen. Klar ist auch, dass sie damit nicht zwingend die Meinung der menschlichen Village People vertreten, sondern stets nur ihrer eigenen Sichtweise verpflichtet bleiben.

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